Was wäre, wenn die Liebe verschwinden würde?


Die Liebe für andere Menschen sowie für sich selbst sollte doch irgendwie so sein:

wunderschön…pink:-)…kribbelnd…mächtig…alles durchdringend…aufhellend… beglückend…lösend…bedingungslos…loslassend…akzeptierend…annehmend…kraftvoll…

Doch sie hat auch diese andere Seite, diese kann sich auch so anfühlen:

zerstörend…verzweifelnd…schmerzend…erwartend…einnehmend…dominierend…kräftezerrend…wegstossend…dunkel…vernichtend…

Was ist denn die Liebe genau wenn wir den "schnulzigen" Teil einmal weglassen und sie ganz nüchtern betrachten? (eigentlich ist das nicht meine Art…ich bin sowas von schnulzig romantisch)

Ich hab da mal ein bisschen recherchiert. Im Grunde genommen ist die Liebe eigentlich NUR ein rein genetische bedingter Effekt…ein Zusammenspiel von Hormonen. Ganz am Ende meines Blogs hab ich euch den Link zum vollständigen Artikel eingefügt.

Hier nun einige Ausschnitte;

Liebe ist die Konsequenz eines genetisch kontrollierten biologischen Mechanismus im Hirn, der eine sehr einfache Funktion hat: Individuen aneinander zu binden. Die Konsequenzen davon betreffen alle Aspekte unseres persönlichen Lebens, genauso wie die Evolution von Arten und der Intelligenz.

Die grundlegenden Liebesmechanismen sind einfach und mächtig: Die gleichzeitige Ausschüttung der Neurohormone Oxytocin (OT) und Arginin-Vasopressin (AVP), zusammen mit Dopamin, führt im Kern des Belohnungssystems des Gehirns zu einem Lernprozess der ausreichend und notwendig ist, um eine lebenslange Bindung zwischen Individuen herbeizuführen. Im Grunde wird eine nachhaltige Assoziation zwischen der Anwesenheit eines bestimmten Individuums und höchsten Glücksgefühlen gebildet. Liebe ist daher die Konsequenz eines besonderen Lernmechanismus des Gehirns. Die Hirnregionen und Hormone sind hierbei universell – es sind dieselben bei Eltern-Kind-Bindung, Paarbindung, gleich- oder gegen-geschlechtlicher Liebe, und sie sind über Arten hinweg konserviert.

Neeee…echt jetzt? Was BIOLOGISCHES? Phua neee…wie uncool unromantisch…also da heften sich einfach ein paar Rezeptoren aneinander, werden ein paar Hormone ausgeschüttet die dazwischen hin und herflitzen und das wars? ALLEINE DAS kann in uns dieses wahnsinnige und so machtvolle Gefühl der LIEBE auslösen? Na gut…das muss ich schon genauer nachfragen: hallooo Forscher…habt ihr auch die FARBE dieser Gene erforscht hä? Sind diese Hormone wenigstens Pink? Oder glitzernd? Oder haben sie eine Herzchen-Form? Kommt schoooonnn…IRGENDETWAS kitschig romantisches?

Lasst und mal weiterlesen….

Die Liebesforschung hat auch eine Überraschung preisgegeben: nämlich dass Sucht die Mechanismen der Liebe missbraucht – nur dass eine Substanz dann die oder den Geliebten ersetzt. Bei Suchtentwicklung findet selbst auf molekularer Ebene derselbe Umbau unserer Belohnungszentren statt wie beim Entstehen einer Bindung. Auch der Entzug ist ähnlich, und bei Liebeskummer müssen wir wohl kläglich darauf warten, bis unser Hirn sich endlich entwöhnt hat. Suchtentzugsbehandlungen durch die Liebeshormone OT und AVP werden derzeit geprüft. Vielleicht auch ein Lichtblick für unglücklich Verliebte

Ja halleluja…dann könnten sie doch mal was Brauchbares erfinden. Her mit dem Zeugs…ich nehm ein Palett davon….könnte man das im Notfall auch intravenös kriegen?:-)

Eine Liebesdroge…die dieses zerstörrerische Gefühl des Liebsentzuges lindern kann wenn man sich trennt oder auf andere Weise Liebe verliert. Dieses Gefühl, als ob einem jemand das Herz herausreisst….

hmm...diese Droge klingt zugegeben verlockend.

Doch meine Fragen dazu; wäre dann der LERNEFFEKT einer vergangenen Liebe noch vorhanden wenn wir genau diese Tiefen der Gefühle nicht auch durchleben? Oder die Wertschätzung einer NEUEN Liebe noch genau gleich? Wären wir zu dem geworden was wir heute sind, wenn wir nicht auch den tiefschürfenden Verlust durch den Tod eines geliebten Menschen erfahren hätten?

Demnach könnte man also daraus schliessen, dass man in jeder SUCHT nach Liebe „sucht“?!?

Und das bedeutet Liebe in jeglicher Form…für andere und SICH SELBST, mit all seinen Facetten wie Anerkennung, Selbstwert, geliebt werden oder lieben, angenommen werden, „genügend“ sein, wertvoll sein, gebraucht werden, sich selbst und andere schätzen….unvm.

Weiter geht’s:

Individuelle Unterschiede unserer Bindungsfähigkeit gehen auf denselben Mechanismus zurück, allerdings in anderen Hirnarealen im limbischen System. Genetische Unterschiede, aber auch Lebenserfahrung, vor allem während der Kindheit, können dort die Dichte der Liebeshormonrezeptoren beeinflussen, was verschiedenste Aspekte unseres Sozialverhaltens beeinflusst. Beispielsweise kann eine einzige genetische Variation des menschlichen AVP-Rezeptors die Heiratschancen halbieren und die Häufigkeit von Beziehungskrisen verdoppeln. Kinder, die wenig Liebe erfahren, haben später weniger Liebeshormone im Blut. Im Labor konnte man nachweisen, dass Tiere, die als Babys mehr Aufmerksamkeit und Liebe erfahren haben, mehr OT-Rezeptoren im Hirn bilden und als Erwachsene mehr Zeit mit ihren Kindern und Partner verbringen.

Liebe führt deshalb zu Liebe, und Liebesmangel in einer Familie oder in einer Gesellschaft kann, tragischerweise, auf die nächste Generation übertragen werden – über Gene ebenso wie über Erfahrung.

Häääää….lese ich das jetzt richtig und verstehe ich es korrekt? Also sind unsere ELTERN dafür verantwortlich in welchem Masse wir Liebe schenken und annehmen können? Bis zu einem „gewissen Teil“ stimme ich dem zu…und dies ist eine persönliche Wahrheit und muss keine allgemein gültige sein. Es ist völlig in Ordnung wenn mir hier jemand nicht zustimmt. Über dies muss sich nun wirklich jeder seine eigenen Gedanken machen. Ich hab ja die Weisheit auch nicht mit Baggerschaufeln gegessen und werde dies auch nie behaupten:-)

Das Bild der Liebe und des Lebens, wie man es erfährt, lebt, weitergibt und umsetzt, wird uns sicherlich von unseren Eltern vorgemalt. Soweit bin ich noch einer Meinung.

Wir Menschen und im übrigen auch Tiere, lernen durch nachahmen, nachmachen und kopieren unserer Bezugspersonen. Wir lernen laufen indem wir ihnen zuschauen wie SIE das tun, wir lernen essen indem wir IHNEN zuschauen wie sie ihre Mund gebrauchen zur Nahrungsaufnahme, SIE bringen uns bei wie man schreibt, Fahrrad fährt, Ski läuft…doch hören wir auch IHRE Worte wie man mit Menschen, Tieren und unserer Umwelt umgeht. Wir hören IHNEN zu wenn sie mit Menschen sprechen, welche Umgangsformen sie benutzen, welche Werte sie im Leben haben und wie sie diese umsetzen und benutzen. Dieses Verhalten machen wir IHNEN nach.

DOCH (und hier werde ich sehr kritisch diesem Artikel gegenüber)…können wir NICHT unsere Eltern verantwortlich machen für unser EIGENES Leben, welches wir irgendwann führen. Unsere Eltern erziehen uns mit ihrem besten Wissen, meistens auch mit ihrer absoluten Liebe, jedoch auch den IHNEN vorgelebten Gefühlen sowie all ihren Möglichkeiten.

IRGENDWANN müssen wir in die Selbstverantwortung in unserem eigenen Leben gehen. Sind wir mal realistisch: würden wir ihnen denn ernsthaft nachspringen wenn sie sich über eine Klippe stürzen NUR weil SIE es uns vormachen?

Wohl kaum. Wir würden unseren eigenen Verstand einsetzen und merken, dass UNS das nachspringen wohl nicht gut tun würde. Würde auch doof aussehen so völlig zerbeult am Grund der Klippe zu liegen…um dann zu sagen: sorry, ich wusste nicht was ich tue,ich hab nur gemacht was sie mir gezeigt haben:-) Hierfür würde es von mir knallharte null Punkte in der Mitgefühls Skala geben.

Also sind wir irgendwann auch in der Eigenverantwortung für unser Leben, unsere Gefühle und unsere Handlungsweisen. Wir können und dürfen nicht unser Leben lang unseren Eltern vorwerfen, dass wir so sind wie wir sind, nur weil SIE und dazu gemacht haben, uns zuwenig geliebt, zuwenig geschätzt, zuwenig angenommen haben oder was auch sonst immer die Begründungen sind. Nooo….sorry, das funktioniert nicht….ZU einfach. Denn dann entziehen wir uns ganz einfach unserer Selbstverantwortung.

Und ganz nebenbei; nehmen wir denn unsere Eltern an wie sie sind? Schätzen wir sie? Lieben wir sie genug? Sind sie wertvoll für uns? Danken wir ihnen genug für das, was sie tun oder aufgegeben haben für uns? Haben wir ihnen je gegeben, was wir von IHNEN erwarten zu bekommen? Sagen wir Ihnen wie stolz wir auf sie sind, was sie gut gemacht haben und wie gross unsere Liebe für sie ist?

Es mag wohl manchmal so sein wie man es empfindet, dass sie uns gewisse Muster mitgegeben haben, die uns blockieren. Diese Muster haben vielleicht auch sie schon erhalten. Doch wir haben selbst die Macht, dies zu ändern. Es steht uns immer offen, aus diesem Kreislauf auszusteigen. Wir können doch unser eigenes Bild des Lebens und der dazugehörigen Werte malen. Phua und ich sage euch….dieses kann genauso aussehen, wie wir es wollen. In den schönsten Farben und fantasievollsten Formen.

Wir MÜSSEN NICHTS nachmalen, was uns unsere Eltern mit ins Leben geben. Wir DÜRFEN es uns anhören, anschauen und entscheiden, ob es auch in UNSER Bild passt. Wenn nicht, dann raus damit und ersetzen durch unsere eigene Farbe, Form oder Ansicht. Und dann ist es aber gut möglich, dass UNSER Bild auch nicht dasselbe sein wird wie das unserer Kinder. Sie malen hoffentlich auch wieder ihr eigenes, farbenfrohes Bild mit Nuancen von uns.

Und ganz genauso verhält es sich auch mit unseren Mitmenschen. Selbst wenn uns jemand mal verletzt hat….wir irgendwelche Blockaden davongetragen haben durch Worte oder Taten einen anderen Menschen, ja MÜSSEN wir denn diesen Gefühle, dieser daraus entstehenden Blockade Platz machen? MÜSSEN wir ihr Raum geben um wirken zu können?

Durchaus…..NICHT!

ABER wir KÖNNEN uns diese entstandenen Blockaden anschauen, daraus lernen und entscheiden, dass sie uns nicht guttun….und in Liebe loslassen.

Doch jetzt zurück zum Thema. Was, wenn dieses Gefühl der Liebe plötzlich nicht mehr existieren würde? Wenn dieses Liebe-produzierenden-Hormone plötzlich nicht mehr in unserem Körper vorkommen? Wenn da einer käme uns entscheiden würde: Liebe? Schnulzig, braucht kein Mensch, weg damit!

Was würde dann wohl passieren? Ich sags euch: wir würden zu Tieren.

Unsere Grundbedürfnisse würden sein: Fortpflanzung, Nahrungsbeschaffung, Schutz der eigenen Art.

Wir würden ausschliesslich von Instinkten geleitet. Bindungen sind entweder von kurzer Dauer da sie nur zur Fortpflanzung dienen oder sie sind bedingungslos ein Leben lang vorhanden. Es würde unter uns Menschen eine unantastbare Hirarchie herrschen welche vom Stärksten oder den Stärksten Alpha Tieren geleitet wird. Und jeder von uns würde seine Aufgaben kennen um das Wohl der Gemeinschaft aufrecht zu erhalten. Denn ohne sie, sind wir den Gefahren schutzlos ausgeliefert.

Und wir würde auf keinen Fall, nie und nimmer, das Gleichgewicht in der Natur zerstören, in den Kreislauf des Lebens eindringen. Denn wir wären ein unverrückbarer Teil davon ohne den unsere Art nicht überleben würde. DAS ist durchaus ein grosser Vorteil den die Tiere uns voraus haben.

Irgendwann und irgendwo in unsere Evolution ist in uns Menschen jedoch dieses Gen und diese Fähigkeit entstanden welche uns Liebe fühlen lässt. Mit ihm wurden wir unendlich bereichert aber auch verletzlich. Jaaaa…ich würde fast schon wagen zu sagen es wurde eeeeetwas schwieriger:...doch auch um sooo vieles bereichernd:-)

Ich steh dazu...manchmal, wenn ich gerade wieder vor einem so schwierigen Thema stehe, oder wenn mein Herz vor Liebeskummer am zerreissen ist, dann denke ich mir:

hach wie schön wäre es jetzt doch als kleine süsse Maus irgendwo ein bisschen Käse suchend durchs Leben zu tappsen, den dann genüsslich zu essen, danach ans Nest machen denken und zum Schluss noch einen heissen Mäuserich kommen zu lassen der für den Erhalt unserer Art sorgt… dann aber gleich wieder verschwindet und ich wieder meine Ruhe habe. Und wenn dann die kleinen, noch süsseren Mini-Mausebabys da sind, dann zeig ich denen lediglich wie sie überleben und nach ein paar Monaten sind sie wieder weg und was sie danach tun in ihrem Leben, geht mich nichts mehr an. Bumm…easy life!

AABBBEEERRR da gibt es diese anderen Momente…diese magischen Augenblicke wenn man einen Menschen anschaut und das Herz zu platzen droht vor lauter Liebe und Glück. Dieses alldurchdringende Gefühl welches man sooo wahnsinnig schwer beschreiben kann aber doch so allumfassend ist. Wenn ich DAS fühlen darf, DANN ist dieses Gen eben doch ziemlich geil!!

Ich persönlich glaube ja nicht, dass dieses Gefühl der Liebe alleine durch dieses Gen und die Hormone entsteht. Dafür bin ich zuuuu romantisch veranlagt:-) Nene, in dieser Theorie muss irgendwo noch ein bisschen pink oder knütschgrün oder Glitzer oder wenigsten romantische Magie vorkommen, da bin ich überzeugt:-) Glaubt mir, das ist einfach ein Teil, den die Forscher noch nicht erforscht haben,smile:-)

Doch egal woher es kommt, es macht uns Menschen zu dem was wir sind…und WIE wir sind. Und wir haben zu jeder Zeit in unserem Leben die Wahl, wie wir dieses so machtvolle Gefühl einsetzen. Für nichts in der Welt würde ich dieses Gefühl hergeben, keine Droge könnte es ersetzen, auch wenn es heisst, dass man dafür manchmal durch die emotionale Hölle gehen muss.

Dieses Gefühl macht unser Leben reich, farbig, vollkommen, abenteuerlich, spannend, voller Energie……

Die Liebe macht unser Leben so unglaublich lebenswert.

So, jetzt geh ich anstossen…auf die Liebe…woher auch immer sie kommen mag. Gen oder nicht Gen, das ist hier nicht die Frage und interessiert schlussendlich null komma null. Wichtig ist, DASS sie da ist und ich